zum Inhalt springen

Abstracts zu den Vorträgen

 

Mit Unterschieden kann man rechnen...

 

Prof.'in Dr. Regina Bruder, Universität Darmstadt

Die Doppelbedeutung des Titels ist Absicht: Einerseits geht es um unterrichtsrelevante Aspekte von Heterogenität in den Lerngruppen aller Schulformen bis zur Universität - beispielsweise auch um unterschiedliche Lernpräferenzen (nach Gregory) - und andererseits lohnt ein Blick auf Genauigkeit, Differenzen, Fehler - also gerade auch auf numerische Aspekte in der Mathematik. In beiden Perspektiven steckt aktuelles Entwicklungspotential für die Gestaltung des Mathematikunterrichts! Und es gibt wiederum interessante Verbindungen zwischen Genauigkeitsfragen in der Mathematik und individuellen Lernpräferenzen. Beispiele werden die verschiedenen Perspektiven auf das Thema illustrieren. 

 

Die Welt in Daten - Digitale Tools für den Stochastikunterricht

 

Prof.'in Dr. Susanne Schnell, Universität Frankfurt

  • Wie putzt man in Nigeria die Zähne?
  • Was ist der wertvollste Gegenstand einer Familie mit niedrigem Einkommen in den Philippinen?
  • Wenn man alle Familien der Welt entsprechend ihrem Einkommen an einer langen Straße ansiedeln würde, wo würden Sie leben? Wie sähe es bei Ihren Nachbarn aus? Was für Häuser stünden jeweils an den Enden der Straße?
  • Wie sieht die Lebenserwartung der Menschen verschiedener Kontinente entlang ihrer Einkommensklassen aus? Was hat sich über die Jahrzehnte verändert?
  • Und sind eigentlich Holzachterbahnen tendenziell genauso hoch wie solche aus Stahl? 

Wer über solche Fragen nachdenkt, taucht tief ein in das, was Statistikunterricht eigentlich leisten sollte: Ein Nachdenken über die Welt und ihre Bewohner*innen, über Zusammenhänge, Vorhersagen und interessante Phänomene. In unserer modernen Gesellschaft ist ein verständiger Umgang mit Daten und wahrscheinlichkeitsbasierten Aussagen eine der wichtigsten Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler im Mathematik erwerben können. Inzwischen finden sich im Internet eine Fülle digitaler Tools und Datensätze, die nicht nur das verständnisorientierte Lernen und Üben von statistischen Werkzeugen, sondern gleichzeitig spannende Einsichten über unsere Welt zulassen. Statistiken sind dabei nicht nur Zahlen, sondern Bilder und Geschichten von realen Phänomene.

Im interaktiven Vortrag werden verschiedene dieser digitalen Tools an Beispielen für den Unterricht der Sekundarstufe I und II vorgestellt. Bringen Sie nach Möglichkeit einen Laptop mit, damit auch Sie die Welt in Daten und Bildern erkunden können.

 

Mathematik auf der Straße

 

Prof. Dr. Matthias Ludwig und I. Gurjanow, Universität Frankfurt

Mit dem Projekt „MathCityMap“ wird versucht, in der alltägliche Umgebung, auf öffentlichen Plätzen, an Gebäuden bzw. auf der Straße Mathematik zu entdecken und diese in Aufgaben zu packen, die dann vor Ort gelöst werden müssen. Die Idee wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in Australien geboren und entwickelte sich hauptsächlich in Melbourne zu einer echten Massenbewegung. Familien liefen die „Mathtrails“, die Mathematikwanderpfade, mit Hilfe einer Karte, dem sogenannten „MathTrail-Guide“-Plan ab und diskutierten und lösten die Aufgaben gemeinsam.

In diesem Mitmachvortrag werden nun aktuelle Mathtrails aus Deutschland vorgestellt. Es wird über die Besonderheiten und die Schwierigkeiten berichtet, sowie über die neuesten Entwicklungen in Richtung mobile devices. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aber auch selbst Erfahrungen mit Mathematik auf der Straße rund um die Universität zu Köln machen und es werden eigene Ideen zu Aufgaben entwickelt. (www.mathcitymap.eu)

Bitte bringen Sie falls möglich mit: 
* ein Laptop und bei Verfügbarkeit ein Android-Smartphone
* einen Taschenrechner
* ein Maßband (20m; beim Sportkollegen leihen) und
* eventuell ein Klemmbrett

Um Ihr Smartphone schon vorzubereiten, können Sie hier die Betaversion unserer MathCityMap-App im Google-Playstore downloaden: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.uni_frankfurt.mathcitymap

Hinweise:
Die App speichert Bilder auf Ihrem Handy, die die App benötigt. Es werden aber keine schon vorhandenen Daten ausgelesen oder verändert. Sie müssen bei Nachfrage zustimmen, dass Daten gelesen werden dürfen.
Da wir auch einen Outdoorteil in den Vortrag eingebaut haben, wir wollen ja "Mathematik auf der Straße" machen, denken Sie auch an entsprechende Kleidung.