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Abstracts zu den Workshops

Workshop 1

Handlungsorientierung in Aktion (Klasse/Kurs 8-12)

Heinz Böer, Ricarda-Huch-Gymnasium Gelsenkirchen, MUED

Im letzten Schuljahr habe ich mehrere Projekte im Mathe-Unterricht gemacht. Dabei haben wir immer den „engen“ Klassenraum verlassen durch Exkursion, durch Mail-Korrespondenz mit Verantwortlichen, durch Einladung und Besprechung mit Verantwortlichen, durch Veröffentlichung unserer Überlegungen in Zeitungen und Zeitschriften. In allen Fällen bewirkte das Nach-außen-Gehen einen deutlichen Verständnis- und Motivationsschub, weil es um etwas Ernstzunehmendes ging und nicht nur um das Abarbeiten von Schulstoff.

Es geht um die Themen und Mathethemen: DNA-Test im Koalitionsvertrag - bedingte Wahrscheinlichkeit, Equal Pay Day - Prozentrechnung, Erdüberlastungstag – Proportionalität und Prozentrechnung, Fleischmengen-, Fahrgastzahlen-, Weltbevölkerungsentwicklung – fehlerhafte Grafiken, Grünes Biogas – lineare Funktion, SI-Einheiten – Zehnerpotenzen/TR-Gebrauch, kalte Steuerprogression - Analysis, Vermessungsprojekt - Trigonometrie, Vergleichbarkeit von Tarifabschlüssen - Gleichungen.

 

Workshop 2

Zaubern mit Mathematik im Unterricht der S I

Uli Brauner, Willy-Brandt-Gesamtschule Castrop-Rauxel

Machen Sie aus Ihren Schülerinnen und Schüler Zauberlehrlinge, die ihr Können auf dem nächsten Elternabend oder dem Tag der offenen Tür vorstellen und vertiefen Sie so „nebenbei“ ihre mathematischen und darstellerischen Kompetenzen.

Zaubern mit Mathematik ist nicht nur etwas für den AG-Bereich und den Projektunterricht. Im Workshop werden einige mathematikhaltige Zaubertricks vorgestellt und erprobt werden, die im normalen Unterricht mit einer heterogenen Schülerschaft gewinn- und spaßbringend gegebenenfalls leistungsdifferenziert eingesetzt werden können.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen in arbeitsteiliger Gruppenarbeit Unterrichtsszenarien für verschiedene SI Jahrgangsstufen entwickeln, die auf den Zaubertricks basieren. Dazu müssen die angesprochenen inhaltlichen und prozessbezogenen Kompetenzen analysiert und das Vorgehen im Unterricht konkret geplant werden.

Anschließend werden die entwickelten Ansätze einander vorgestellt.

Am Ende sollten alle TeilnehmerInnen Ideen mitnehmen, die sie unmittelbar in ihren Unterricht einfließen lassen können.

 

Workshop 3

Anschauliche und kalkülfreie Zugänge zu den grundvorstellungen der Analysis

Hans-Jürgen Elschenbroich, Studienseminar SII Neuss

Das, was man heute üblicherweise Analysis nennt, hieß früher aus gutem Grund Infinitesimalrechnung. Im Vortrag werden anschauliche und kalkülfreie Zugänge zu den Grundvorstellungen (Steigung und Ableitung, Krümmung, Approximation, Integral, Integralfunktion & Stammfunktion) vorgestellt.

Zugrunde liegt ein dynamisches Verständnis von funktionalem Zusammenhang, das heutzutage ideal mit dynamischer Mathematik-Software wie GeoGebra umgesetzt werden kann. 
Es werden klassische, fast vergessene analoge Ansätze (Funktionenmikroskop, Differentiograph, Integrimeter, Integraph) und historische Ideen aufgegriffen und in digitalen Lernumgebungen mit GeoGebra modelliert (Funktionenlupe, Integrator), so dass Schülerinnen und Schüler sich damit aktiv einen eigenen anschaulichen Zugang erarbeiten können.

Dieser Zugang ist auf der Nutzerebene praktisch kalkülfrei (natürlich wird im Hintergrund massiv gerechnet). Damit soll kein Ersatz für Theorie und Kalkül geschaffen, sondern der Akzent auf den grundlegenden Aufbau von Verständnis gelegt werden

Wenn Sie ein mobiles internetfähiges Gerät (Laptop, Tablet) mitbringen, können Sie alle Beispiele direkt selbst erleben und erfahren.

 

Workshop 4

Die BIPARCOURS-App im Mathematikunterricht

René Gremler, Schillergymnasium Köln

Die BIPARCOURS-App von Bildungspartner NRW bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für den schulischen Einsatz. In diesem Workshop soll vor allem beleuchtet werden, wie die App im Mathematikunterricht als digitales Werkzeug zur Anwendung, zur Abfrage und sogar zur Erarbeitung der Lerninhalte genutzt werden kann. Wir werden uns ansehen, was die App kann und was sie von vergleichbaren Apps wie Actionbound und Kahoot! unterscheidet. Wir werden dabei die App anhand eines vorgefertigten Quiz kennenlernen und auch selbst ein Quiz erstellen. Die TeilnehmerInnen benötigen zum einen ein Smartphone oder ein Tablet, um die App nutzen und zum anderen einen Laptop, um selbst ein Quiz erstellen zu können.
 

Workshop 5

Einstiege in eine Unterrichtsreihe entdeckend gestalten und die Ergebnisse der Entdeckungen systematisieren und sichern. 

Gerd Lanser, ZfsL Köln

Ein gelungener Einstieg in ein „neues Thema“ kann ein Anker für eine ganze Unterrichtsreihe sein. Doch, wie gestaltet man solche Einstiege und wie können die Lern- und Erkenntnisprodukte aus der Einstiegsphase systematisiert und gesichert werden, sodass sich das Wissen für die ganze Unterrichtsreihe (differenziert) nutzen lässt?

Anhand vieler praktischer Beispiele wird thematisiert, wie kognitiv-aktivierende Einstiege und deren Auswertung im Unterricht umgesetzt werden können. Der Workshop ist auf die Sekundarstufe 1 ausgelegt, die Ergebnisse aber in die Sekundarstufe 2 übertragbar.

 

Workshop 6

Übephasen im Mathematikunterricht individualisieren mit Checklisten

Anna Piechatzek, Europaschule Köln und ZfsL Jülich

Checklisten sind ein geeignetes Mittel, um Übungsphasen zu individualisieren. In Checklisten werden die Kompetenzen formuliert, welche die Lernenden im Unterricht erwerben sollen. So können mit ihrer Hilfe Leistungserwartungen transparent gemacht und die Lernenden gezielt – orientiert an den eigenen Bedürfnissen – im Üben unterstützt werden. Aber was ist bei Checklisten zu beachten? Welche Kompetenzen nehme ich in die Checkliste auf? Wie schaffe ich es, die intendierten Kompetenzen für Lernende transparent und verständlich darzustellen? Wie kann ich Checklisten zur Strukturierung von Unterricht bis hin zur Klassenarbeit nutzen? Im Workshop sollen Hilfen zum Erstellen von Checklisten sowohl für die Sekundarstufe I als auch für die Sekundarstufe II gegeben, Checklisten selbst erstellt und Wege der Nutzung zur Individualisierung in Übungsphasen diskutiert werden.

 

Workshop 7

"Signifikanter Unfug"

Dr. Wolfgang Riemer, ZfsL Köln, Universitäten Köln und Frankfurt

„Die statistische Signifikanz …" hat in der Wissenschaft eine geradezu götzenhafte Bedeutung erlangt. 

800 Forscher beklagen Fehler und fordern ein Umdenken…“ So titelte die SZ im Frühjahr 2019.

Der Workshop liefert Antworten auf die Frage, was bundesweit auch in der Schule bei Signifikanztests "schief läuft" - und wie man es im Unterricht besser und sinnvoller machen kann - nicht ers kurz vor dem Abi, sondern schon in der Sekundarstufe I.

Kleine Experimente und sinnvoller Softwareeinsatz runden den Workshop ab.

 

Workshop 8

Heterogenität im Mathematikunterricht - Diagnose und Förderung von leistungsstarken und/oder begabten Schülerinnen und Schülern

Prof. Dr. Benjamin Rott, Universität zu Köln

Was ist mathematische Begabung und wie erkennt man sie? In einem Impulsvortrag wird dieser Frage nachgegangen, im Anschluss wird diese Thematik anhand von Aufgaben und Schülerbearbeitungen aus den Sekundarstufen I und II vertieft.

Im zweiten Teil des Workshops werden Ideen präsentiert und gemeinsam Vorschläge erarbeitet, wie begabte Schülerinnen und Schüler sowohl in Fördergruppen als auch im regulären Mathematikunterricht adäquat gefördert werden können.

 

Workshop 9

Grund- und Fehlvorstellungen zu Sinus und Kosinus

Prof. Dr. Alexander Salle, Universität Osnabrück

Sinus und Kosinus können als black box verstanden werden: „Man steckt einen Winkel rein und es kommt halt ’ne andere Zahl raus“. Wie diese Zahl jedoch zustande kommt, was die Begriffe Sinus und Kosinus bedeuten und wie Dreiecksberechnungen mit periodischen Funktionen zusammenhängen wird erst durch die Ausbildung tragfähiger Grundvorstellungen deutlich.

Im ersten Teil des Workshops werden Grundvorstellungen zu Sinus und Kosinus vorgestellt und an Aufgaben exemplarisch illustriert. Dabei werden sowohl geometrische und funktionale Aspekte dargestellt als auch deren Beziehungen untereinander analysiert. Zudem werden Vernetzungen mit zentralen Themenbereichen der Sekundarstufe (Ähnlichkeit, Bruchrechnung, funktionale Zusammenhänge etc.) aufgezeigt.

 

Workshop 10

Erkunden und Entdecken von geometrischen Gesetzmäßigkeiten unter Verwendung einer Geometriesoftware

Uwe Schäfer, Willy-Brandt-Gesamtschule Kerpen und Universität zu Köln

Die Kernlehrpläne aller weiterführenden Schulen schreiben das Entdecken von inner- und außermathematischen Zusammenhängen mit dynamischer Geometriesoftware, kurz: DGS, vor. Die bisher auf dem Markt erschienenen Programme oder Apps verwenden menügesteuerte Befehle und sind in ihrer Anwendung sehr vielseitig und damit schwierig zu erlernen.

Die in diesem Workshop vorgestellte Software geht einen direkten Weg. Gesten und Befehle, die mit der Maus oder mit dem Finger direkt auf einen berührungsempfindlichen Bildschirm gezeichnet werden, erzeugen geometrische Figuren oder führen zu geometrischen Teilkonstruktionen. So kann der Umgang mit der Software leicht erlernt und Gesetzmäßigkeiten der Geometrie auf spielerische Art und Weise entdeckt werden. Das Programm ist über das Internet auf jedem Gerät einsetzbar. 

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik werden die Gesten vorgestellt und unter Verwendung von erprobten Unterrichtsbeispielen angewendet. Im weiteren Verlauf können Sie für Ihren Mathematikunterricht Material entwickeln oder weitere vorhandene Unterrichtsmaterialien ausprobieren.

Der Workshop richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen der Sek I. Sie benötigen keine Kenntnisse im Bereich von DGS-Systemen. Die ausgewählten Themen und Unterrichtsbeispiele orientieren sich an den Kernlehrplänen der Sek I. Bitte bringen Sie ein internetfähiges Gerät (Laptop, Tablet oder Handy) mit. Tablets mit berührungsempfindlichen Bildschirmen sind zum Erlernen der Gesten besonders geeignet.

 

Workshop 11

Sprachsensibler Mathematikunterricht

Wolfram Schmidt, Fachmoderator Didaktik der Mathematik

Nicht nur Schülerinnen und Schüler mit fachsprachlichen Schwächen oder mit Deutsch als Zweitsprache sind auf einen sprachsensiblen Fachunterricht angewiesen, um im Unterricht eine adäquate Bildungssprache zu entwickeln und somit erfolgreich mitarbeiten zu können.

In diesem Workshop soll gezeigt werden, was die wesentlichen Elemente eines sprachsensiblen Unterrichts sind und wie sie im Schulbuch umgesetzt werden können. Ziel ist, die bildungssprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler aktiv zu fördern.

Dafür muss man als Lehrender die Sprachstände der Lernenden erkennen, aufgreifen und auf vielfältige Weise fachsprachliche Verstehensprozesse fördern.

 

Workshop 12

Mit GeoGebra zum Lernen 4.0 - Die Vorteile digitaler Technologie ins Klassenzimmer holen

Reinhard Schmidt, ZfsL Engelskirchen

Die dynamische Mathematiksoftware GeoGebra bietet vielfältige Möglichkeiten, den Mathematikunterricht auf allen Ebenen zu verändern und zu verbessern. GeoGebra ist längst nicht mehr nur ein Computerprogramm, sondern ist ein umfassendes Werkzeug für modernen Mathematikunterricht.

Die GeoGebra-Apps für Smartphone und Tablet, GeoGebraTube, GeoGebraUnterrichtsplanungen, GeoGebraGroups sowie der GeoGebra Prüfungsmodus verbinden die Vorteile des Lernens 4.0 mit den bekannten Möglichkeiten von GeoGebra. Dadurch stellt GeoGebra eine große Chance dar, den Mathematikunterricht reichhaltiger zu gestalten, das heißt sowohl die Lernenden aktiv werden zu lassen als auch mehr Mathematik in den Mathematikunterricht zu bringen.

An ausgewählten Beispielen kann entdeckt und diskutiert werden, wie moderner und reichhaltiger Mathematikunterricht mit GeoGebra aussehen kann.

 

Workshop 13

Es ist höchste Zeit - Klimaschutz gehört auch in den Mathematikunterricht

Antonius Warmeling, MUED e.V., ehemals Fichte-Gymnasium Hagen

Angestoßen durch die FridaysForFuture-Bewegung ist die Diskussion um den (menschengemachten) Klimawandel und die notwenigen Konsequenzen wieder neu entbrannt. Der Mathematikunterricht muss und kann dazu auch seinen Beitrag leisten. 

Die TeilnehmerInnen werden nach einem kurzen Input in Kleingruppen Aufgaben dazu bearbeiten, die zum größeren Teil der Sekundarstufe I zuzuordnen sind. Sie untersuchen dabei Aussagen aus Zeitungsberichten oder Studien z.B. zu den Temperaturveränderungen oder dem Eisverlust in der Arktis. Zusätzlich werden Posts aus den sozialen Netzwerken (hier Facebook) unter die Lupe genommen und auf Manipulationsabsichten untersucht.